Chronik Projekt "Weltethos" Vernissage 2014

Die nachfolgende Pressemitteilung über die Eröffnung der Ausstellung Weltethos wurde von Pressereferent Gustav Schrank am 16.11.2014 an die lokale Presse weitergeleitet.

Weltethos Vernissage Weltethos Vernissage

Bild links: Die Eröffnung der Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ im Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium fand vor einer stattlichen Anzahl interessierter Besucher statt. Bild rechts: Pfarrer Peter Kruse – Fotos RCH

Gauß-Gymnasium und Rotary Club: Eröffnung der Ausstellung Weltethos stieß auf ein großes Interesse

Humanistische Werte verbinden alle Religionen

Zur Vernissage der vom 13. November bis 4. Dezember 2014 in der Aula des Gauß-Gymnasiums präsentierten Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ der Stiftung Weltethos hieß Schulleiter Joachim Kriebel eine stattliche Gästeschar willkommen, darunter Vertreter des Gemeinderats, die Hockenheimer Ehrenbürger Adolf Stier und Gustav Schrank, die Altbürgermeister Helmut Müller und Werner Zimmermann sowie Vertreter der Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten. Er dankte dem Rotary Club Hockenheim für die Initiative und gute Zusammenarbeit, die zu dieser auch für die Schülerinnen und Schülern seines Gymnasiums gerade in dieser Zeit bedeutenden Ausstellung führte.

Ethische und rotarische Grundsätze identisch
Namens des Rotary Clubs Hockenheim begrüßte Präsident Andreas Kunze die zahlreichen Gäste, auch aus dem rotarischen Umfeld, darunter den ehemaligen Distrikt-Governor Hermann Scherr aus Ketsch. Auch Josef Diller hieß er als langjährigen Referenten der Stiftung Weltethos herzlich willkommen. Sodann zeigte er die wertebezogene Verbindung zwischen den rotarischen und den ethischen Grundsätzen der Stiftung Weltethos auf, deren beiden Anliegen ein miteinander fairer, respektvoller und friedlicher Umgang sei.

Stadtrat Klaus Zizmann überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und des Gemeinderats, die er mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Ausstellung verband. Er verwies auf die aktuellen Krisenherde in der Welt und zitierte den gerade von der Weltraumstation ISS zurück-gekehrten deutschen Astronauten Alexander Gerst, der beim Blick auf unseren schönen blauen Planeten feststellte: „Von oben könne man einfach besser sehen, wie Wälder zerstört, die Um-welt verschmutzt oder Kriege geführt werden. Er frage sich selbst immer: Wenn es außerirdisches Leben gibt, wie würde ich denen das erklären, wie wir mit unserer Welt umgehen?“ Auch insofern war Klaus Zizmann davon überzeugt, dass die Ausstellung gut in diese Zeit passe.

Gemeinsames Wertefundament und ethische Grundüberzeugungen
Pfarrer Peter Kruse führte in die Ausstellung mit dem Thema „Weltethos – die Suche nach Gemeinsamkeiten in der Vielfalt“ ein. In rhetorisch eindrucksvoller Weise spannte er den Bogen vom katholischen Theologen Hans Küng bis zum notwendigen interreligiösen Dialog in der heutigen, konfliktbeladenen Zeit.

Er führte aus, dass es Küng gewesen sei, der das Weltethos als eine vom Bewusstsein sittlicher Werte geprägte Gesinnung, ein gemeinsames Wertefundament aller Religionen und Kulturen sowie als Grundlage für den interreligiösen Dialog definiert habe. 1993, als erstmals das „Parlament der Weltreligionen“ in Chicago mit 6000 Teilnehmern tagte, hätten 200 Delegierte aus allen Religionen und Kontinenten die Erklärung zum Weltethos unterzeichnet.

Sodann nannte Pfarrer Kruse die vier Grundüberzeugungen, die das Projekt Weltethos tragen: 1. Kein Friede zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen! 2. Kein Friede zwischen den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen! 3. Kein Dialog zwischen den Religionen ohne globale ethische Standards! 4. Kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos, ein Weltethos, gemeinsam getragen von religiösen und nicht-religiösen Menschen!

Des Weiteren verwies der Referent auf die Gemeinsamkeiten im Ethos der Religionen, wonach jeder Mensch menschlich zu behandeln sei, sowie auf das formale Grundprinzip, die „Goldene Regel“ der Gegenseitigkeit: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu.“ Daraus ließen sich konkrete Weisungen für vier zentrale Lebensbereiche ableiten:

• Die Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben;
• die Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung;
• die Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit sowie
• die Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau.

Mit der Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ fördere, so Pfarrer Kruse, die Stiftung Weltethos nicht nur das Bewusstsein im Interesse des Überlebens unseres Planeten, sondern leiste auch einen pädagogisch wichtigen Beitrag zum Kennenlernen und Verstehen der Religionen. Deshalb freue er sich, dass die Ausstellung gerade hier im Umfeld junger Menschen präsentiert werde und diese vom Rotary Club auch noch mit den Begleitveranstaltungen angesprochen würden.

Musikensembles der Musikschule sorgen für schöne Umrahmung
Die musikalische Umrahmung der Vernissage hatte das „Juniorenensemble des Spielkreises für Alte Musik“ sowie die “Hockenheimer Stadtpfeifer“ übernommen, beide unter der Leitung von Robert Sagasser. Sie bewiesen mit dem Vortrag historischer und moderner Musikstücke eine hohe musikalische Qualität und sorgten für eine harmonische Abrundung der Veranstaltung. Des-halb hatte Clubpräsident Andreas Kunze allen Grund, ihnen mit einer Spende für die Musikschule Hockenheim sowie persönlichen Aufmerksamkeiten herzlich zu danken.

Diesen Dank brachte er aber auch gegenüber Schulleiter Joachim Kriebel sowie Anja Kaiser und Gudrun Hillen vom „Gauß“ für die angenehme Zusammenarbeit und nicht zuletzt auch ge-genüber den Schülerinnen und Schülern zum Ausdruck, die neben einem kleinen Imbiss und Getränken auch sonst noch einiges im Vorfeld der Ausstellungseröffnung vorbereitet hatten.

Sein Dank galt auch Pfarrer Peter Kruse für den informativen Einführungsvortrag sowie dem Organisationsteam seines Clubs. Danach bot sich ein Rundgang durch die Ausstellung an, die an diesem Abend von ihrer Aufmachung und ihrem Inhalt her wohl alle Besucher beeindruckte. GS

 

Die Bevölkerung ist zum Besuch der Ausstellung während der Schulzeiten sowie zu den Veranstaltungen im Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Do., 20.11.14, 19 Uhr: Begegnung und Führung
durch die Ausstellung mit Vertretern unterschiedlicher Glaubensrichtungen

Do., 27.11.14, 19 Uhr: Erlebniszeit
Angebot, mit der Kunsttherapeutin Dr. Hildegard Rimmler die Ausstellungsinhalte in einem gestalterischen Prozess zu vertiefen.

Do., 04.12.14, 19 Uhr: Finissage: Musik der Kulturen
Ein zur Ausstellung passender musikalischer Abschluss.

Das pdf-Dokument der Pressemitteilung können Sie hier abrufen.