Projekt 'Water-Management in Sri Lanka'

Rotarier sorgen in Sri Lanka für sauberes Wasser - Vorbildliches Zusammenwirken von drei Clubs aus der Region sorgt für satten Förderbetrag

Ohne Wasser kein Leben. Genau aus diesem Grund entwickelt sich Wassermangel zu einem der größten globalen Probleme unserer Zeit und betrifft Millionen von Menschen. Als unabdingbare Ressource für ein lebenswertes und gesundes Leben sollte dafür gesorgt werden, dass Wasser für jeden zugänglich ist. Diese Auffassung vertreten die Rotary-Clubs Schwetzingen-Walldorf, Schwetzingen-Kurpfalz und Hockenheim. Aus diesem Grund versammelte man sich am 22.01.2007 im Palais Hirsch, um ein "Watermanagement"-Projekt in Sri Lanka mit beachtlichen 13 500 Euro zu unterstützen. Die Kooperation dieser drei Clubs für einen guten Zweck ist einmalig, wie Prof. Dr. Uwe Bleyl, Präsident des Rotary-Clubs Schwetzingen-Walldorf, in seiner Eröffnungsrede erklärte. Man habe sich gemeinsam und in freundschaftlicher Zusammenarbeit überlegt, wie man das Projekt unterstützen könne, ohne es sich zu einfach zu machen und einfach Geld zu überweisen.

Somit entschloss man sich, mit Hilfe von "Hands-on"-Projekten das nötige Geld zu beschaffen. Dabei legen einzelne Mitglieder persönlich Hand an, um Spenden zu beschaffen. "Alle drei Clubs haben sich enorm ins Zeug gelegt", betonte Prof. Uwe Bleyl, "wobei ein jeder Club unterschiedliche Aktionen ins Leben gerufen hat. Mitglieder aus Schwetzingen-Walldorf haben beispielsweise einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt unterhalten, um Rotweinpunsch zu verkaufen. Peter Wesche vom Club in Hockenheim berichtete über das Benefizkonzert in der Stadthalle. Freddy Freiherr von Bettendorff-Escorser, Präsident des Rotary-Club Kurpfalz, stellte die Adventskalender-Aktion vor.

Soviel Engagement muss natürlich auch zur Kenntnis genommen und belohnt werden. Hermann Scherr, Governor des Districts 1860, der zum ersten Mal aus dem Club Schwetzingen-Walldorf kommt, übernahm dies gerne. Prof. Dr. Uwe Bleyl überreichte dem Governor den Scheck, da dieser für die internationale Koordination des Geldes zuständig ist. Scherr bekräftigte, dass es bei einer Milliarde von Menschen, die keinen Zugang zu Wasser haben und dadurch auch eine sehr hohe Kindersterblichkeit, nichts Wichtigeres gäbe, als solche Projekte zu unterstützen.

Wie dieses "Watermanagement" konkret vor Ort abläuft, erläuterte Dr. Andrea Hilmer-Lossen den Anwesenden mit Hilfe einer Diashow. Die Ärztin aus Hockenheim ist aktive Rotarierin und seit vielen Jahren vor Ort in Sri Lanka in verschiedenen sozialen Projekten tätig. Sri Lanka sei für sie wie eine "zweite Heimat". Obwohl Sri Lanka an sich ein sehr wasserreiches Land ist, gibt es einfach zu wenige Wasserleitungen zwischen den einzelnen Städten und Dörfern, was zu Versorgungsengpässen führe und teilweise in chronischem Wassermangel ende. In manchen Wohngebieten seien bis zu 100 Häuser dicht an dicht gebaut und 500 Menschen lebten auf engem Wohnraum zusammen, ohne eine einzige Wasserquelle in Reichweite zu haben.

Hier beginnt die Arbeit des Projektes. Am südlichsten Zipfel von Sri Lanka gelegen und rund um das Delta Weligama herum, gebe es momentan keinen einzigen Brunnen, geschweige denn eine Wasserleitung. Die Frauen und Mädchen der einzelnen Wohngebiete müssten zu Fuß und meist kilometerweit zur nächsten Wasserstelle laufen, um für die ganze Familie Wasser nach Hause zu bringen. Einige Brunnen seien stark verunreinigt und böten somit Quellen für Krankheitserreger.

Der Tiefbrunnen, das "Deep-well"-System, ist somit für die Gewinnung von Trinkwasser, insbesondere in Strandnähe, unentbehrlich. Mit Spezialmaschinen wird zwischen 40 bis 70 Meter tief gebohrt, wobei die Brunnen aufgrund ihres geschlossenen Systems und der großen Tiefe, in die vorgedrungen wird, vor Verunreinigungen sicher seien. Mit 1 800 Euro sei so ein Brunnen für die meisten Familien jedoch unerschwinglich. Mit den 13 500 Euro können nun zwischen sieben und acht Brunnen errichtet werden, wobei zusätzliche Gelder in Höhe von 6 500 Euro durch die Rotary Foundation noch in Aussicht stehen.

Der Artikel wurde in der Schwetzinger Zeitung am 24. Januar 2007 veröffentlicht und stammt von Redakteurin Lisa Gabauer.

Hier erhalten Sie den Bericht zur Situation in Sri Lanka im September 2007