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Chronik "Tag der kleinen Forscher" 2014

Der nachfolgende Artikel stammt von HTZ-Redaktionsmitglied Vanessa Schäfer und wurde am 24.10.2014 in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht.

Rotary Club: Am „Tag der kleinen Forscher“ lernen Vorschüler beim Experimentieren mit Geheimschriften und Wasserspielen naturwissenschaftliche Phänomene kennen

Tag der kleinen Forscher

Bilder: So macht Experimentieren Spaß: „Schwimmen oder sinken die Gegenstände?“ – das versuchen Lucy, Jeremy, Tamino, Niklas und Rahela-Rut zusammen mit Marco Strobach und Dagmar Engelhardt herauszufinden (oben links). Svenja Schulz und Sandra Mühlhäuser machen mit Erika und Rosalie Geheimschrift über der Kerze wieder sichtbar (oben rechts), während Saliha, Sümeyra, Amilia, Mario und Teo zwei gleiche Geräusche beim Hörmemory suchen (unten). BILDER: LENHARDT

Chemie und Physik – das ist ein Kinderspiel

Mit gespitzten Ohren sitzt Thimotee da, schüttelt kräftig die Filmdosen in seinen Händen. Erst die eine, dann die andere. Dann schüttelt der Vorschüler den Kopf: Wieder keine zwei Gleichen. Auf geht’s in die nächste Runde voller Spiel, Spaß und Entdecken. Genau das ist an diesem Vormittag das Ziel. Das Pumpwerk hat sich in ein Forscherlabor verwandelt, in dem an vier Stationen ausgiebig experimentiert werden kann.

„Unsere Absicht ist, das Interesse der Kinder für naturwissenschaftliche Phänomene zu wecken“, erläutert Alt-OB und Pressereferent des Rotary Clubs Gustav Schrank. Die Rotarier machen diesen „Tag der kleinen Forscher“ möglich, haben alle Vorschulkinder der Stadt an zwei Vormittagen dazu eingeladen, in die Rollen von Naturwissenschaftlern zu schlüpfen. Durchgeführt werden die Forschertage im Pumpwerk von regionalen Partnern der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“: vom Südwestmetall-Netzwerk Rhein- Neckar sowie von Schülern der Mannheimer Helene-Lange-Schule und der Louise-Otto-Peters-Schule, die die Kinder an den Stationen betreuen.

Lernen durch Beobachtungen
„Dass Knete schwimmt, habe ich nicht gewusst“, sagt Sebastian vom Südstadt-Kindergarten, der sich gerade einen Stempel abholt: Wieder eine Station hat er mit Bravour gemeistert. „Schwimmen und Sinken“ hat ihm am meisten Spaß gemacht. „Wir fragen die Kinder erst einmal, von welchen Gegenständen sie glauben, dass sie schwimmen und dann finden wir es durch Experimentieren und Beobachten selbst heraus“, sagt Carola Yu von der Helene-Lange- Schule. Karotten, Wäscheklammern, Styropor-Würfel – mit hochgekrempelten Ärmeln setzt Lucy die Gegenstände in die Wasserschüssel und staunt, wenn sie wider Erwarten doch zu Boden sinken.

Nebenan spielt eine andere Gruppe Hörmemory. „Super, die beiden Gleichen darfst du jetzt behalten“, lobt Celine Hill, als Patrice gerade ein Paar entdeckt hat, das gleich klingt: Steine haben sich in den beiden Filmdosen versteckt. „Aber es gibt auch welche mit Reis, Nudeln und Papierschnipseln“, erklärt Barbara Hackbarth-Burkart vom Südwestmetall-Netzwerk Rhein-Neckar, die die Forschertage im Pumpwerk koordiniert, bei denen es auch für die Erzieherinnen der Hockenheimer Kindergärten etwas zu lernen gibt. „Wir bieten einen Workshop an, in dem Ideen zum Forschen mit Kindern vermittelt werden“, erläutert Hackbarth-Burkart, während die Kinder in ihre Experimente vertieft sind.

Das mit dem Feuer ist toll“, findet Maximilian und meint damit das Geheimschrift-Experiment. An der Station schreibt Sebastian gerade mit Pinsel und Zitronensaft ein „E“ auf ein Blatt Papier, das dort keine sichtbaren Spuren hinterlässt. Oder doch? „Das musst du jetzt über die Kerze halten und immer hin und her bewegen“, rät ihm Maren Scheeder. Und was passiert? Die Bestandteile des Zitronensafts verkohlen durch das Erwärmen, das „E“ färbt sich braun und ist nun lesbar.

Lachtrommel mit langen Haaren
Den Stempel für die letzte gemeisterte Forscherstation holt sich nun Katrin. In Eigenregie hat sie eine sogenannte Lachtrommel gebaut. „Mit dem Becher, dem Wollfaden und dem Streichholz“, zeigt sie uns ihr Exemplar, das sie mit bunten Haaren und einem lachenden Gesicht versehen hat. Befeuchtet sie nun den Wollfaden, der mit dem Streichholz am Bodenbecher befestigt ist, und zieht daran, erklingt tatsächlich der Laut eines Lachens.

Mit Feuereifer sind die Kinder vom Südstadt-, Friedrich-Heun-, Heinrich-Bossert- und St.-Maria- Kindergarten dabei, auf ihr Forscherdiplom hinzuarbeiten. Mit Erfolg. Als sie sich schließlich mit einem Snack, zubereitet von den Rotariern, stärken, haben sie alle ihr Diplom in der Tasche – und in zwei Wochen sind dann die anderen Kindergärten an der Reihe.


Tag der kleinen Forscher

Die beiden „Tage der kleinen Forscher“, an denen die Vorschulkinder von acht Hockenheimer Kindergärten spielerisch an naturwissenschaftliche Phänomene herangeführt werden, ist eine Veranstaltung des Rotary Clubs. Sie werden mit regionalen Partnern der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ im Pumpwerk durchgeführt. Seit 2006 engagiert sich die vom Bund geförderte Initiative für die Bildung von Kindern im Kita- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik.

© Hockenheimer Tageszeitung, Donnerstag, 24.10.2014

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