Chronik "Suburban Swing Project" 2014

Der nachfolgende Artikel von Redaktionsmitglied Marion Brandenburger (HTZ) wurde am 13.10.2014 in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht.

Pumpwerk: „Suburban Swing Project“ sorgt auf Einladung des Rotary Clubs für Unterhaltung auf hohem musikalischen Niveau / Akteure bestens bekannt

Bild: So sehen Vorstadt-Swing-Talente aus: Oliver Brinkmann am Bass, Sänger Philipp Schädel, Daniela Hirth, die sowohl gesanglich als auch tänzerisch überzeugt, Carsten Wagner am Schlagzeug und Gitarrist Richard Schmitt zeigen ihr Können. BILD: BRANDENBURGER

Allstarband mit viel Herz und Humor

Ein überaus unterhaltsames Konzert mit bekannten Ohrwürmern und Gassenhauern, dargeboten von sympathischen und vor allem talentierten Künstlern, hat der Rotary Club Hockenheim am Freitagabend bei einem Benefizkonzert ins Pumpwerk gebracht. Das „Suburban Swing Project“ besticht nicht nur durch seine Musikalität, sondern auch durch seinen Humor.

Die Band aus Marina Nottbohm (Klavier und Gesang), Richard Schmitt (Akustikgitarre), Oliver Brinkmann (Kontrabass) und Carsten Wagner (Percussion und Schlagzeug) begleitet Sänger Philipp Schädel, der von Frank Sinatra über Dean Martin bis zu Evergreens von Gershwin einiges zu bieten hat.

Wie in einem großen Wohnzimmer
Im Pumpwerk herrscht richtige Wohlfühlatmosphäre. Als wären viele gute Freunde in einem großen Wohnzimmer zusammen, hörten gute Musik und freuten sich über die gute Unterhaltung. Das Team des Pumpwerks sorgt für das leibliche Wohl und setzt die Künstler mit Licht und Ton sehr schön in Szene.

Auf der Bühne startet das Programm musikalisch mit „Tea for two“, Bariton Philipp Schädel begeistert mit „New York, New York“. Die Akteure streuen ein bisschen Comedy ein – nicht zu viel, sondern gerade richtig, um die Besucher gut zu unterhalten. Da wird über die Liedfolge diskutiert, Grimassen geschnitten, Schlagzeuger Carsten Wagner probiert alle Teile an seinem Schlagzeug aus, die Geräusche machen und natürlich nicht immer passen – mit Absicht, zum Amüsement der Zuhörer.

Ob und wann man das berühmte „My Way“ im Programm platziert, darüber sind sich Marina Nottbohm und Philipp Schädel den ganzen Abend uneins. Der Sänger hat auch keine Hemmungen, ins Publikum zu gehen und sich dort das eine oder andere „Opfer“ zu suchen. Ganz zufällig befinden sich wohl ein paar „Professionelle“ darunter.

So wie Barbara Grabowski, die zusammen mit Schädel „Money makes the world go round“ singt oder Daniela Hirth, die zu „Sway“ eine super Tanzeinlage auf die Bühne bringt. Die Martiniflasche samt Glas steht auf dem Flügel: Wer Dean Martin interpretiert, muss trinkfest sein.

Alle Nuancen des Baritons gezeigt
Die Zuschauer freuen sich über Hits wie „Let’s do it“ oder „Buona sera signorina“ genauso wie über „Strangers in the night“ oder „Ol’ man river“, wo Philipp Schädel alle Nuancen seines Baritons herauskehrt. Gute Laune herrscht im Publikum auf jeden Fall, überall wippen Füße und Schultern mit und für jeden ist ein Lieblingstitel dabei. Den zweiten Teil eröffnen Romina Afflerbach und Daniela Hirth mit „All that Jazz“ aus dem Musical „Chicago“. Die beiden gehören zu Schädels Gesangsklasse, der sich in Hockenheim und Umgebung als Dirigent und Gesangslehrer viele Lorbeeren verdient hat.

Gleich darauf stürmen drei junge Damen die Bühne: Julia Schnitter, Sarah Kesselring und Charlotte Auer wollen auch was singen. „Philipp hat’s erlaubt“, informieren die drei Marina Nottbohm, die ganz und gar nicht glücklich über diese „Störung“ im Programm ist.

„Jetzt lass sie doch“, lenkt Bassist Oliver Brinkmann ein und die Mädels amüsieren das Publikum mit „Manah manah“, das gar nicht mehr enden will. „Jetzt lasst mal wieder die Erwachsenen ran“, komplimentiert Pianistin Marina die Mädchen von der Bühne.

Sie hat ja einiges zu meckern den Abend über, lässt sich aber doch zum einen oder anderen Duett mit Philipp Schädel überreden. Mit ihrem köstlichen komödiantischen Talent ist Marina Nottbohm das „i- Tüpfelchen“ an diesem Abend.

Begabte Hausfrau an der Bar
Sänger Philipp hat derweil an der Bar eine Dame gefunden, die auch zu einer Gesangseinlage bereit ist. Unter viel Applaus betritt Sabine Weyers, in Hockenheim und Umgebung als eine der „begabten Hausfrauen“ bekannt, die Bühne und singt „Let’s call the whole thing off“. Philipp Schädel swingt noch mit „Fly me to the moon“ und langsam geht ein sehr abwechslungsreicher und vor allem kurzweiliger Abend zu Ende.

Das berühmte Abschiedsstück „My Way“ fehlt zum Abschluss selbstverständlich nicht und die Standing Ovations des Publikums sind durchaus gerechtfertigt. Wer sich Karten für die zweite Vorstellung im November gesichert hat, darf sich jedenfalls auf einen sehr vergnüglichen Abend mit dem „Suburban Swing Project“ freuen.

© Hockenheimer Tageszeitung, Montag, 13.10.2014

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