Chronik Madeleine Sauveur 2015

Der nachfolgende Artikel zum Benefizkonzert mit Madeleine Sauveur im Pumpwerk wurde am 12.10.2015 in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht.
Pumpwerk: Fördergemeinschaft des Rotary Clubs lädt Chansonniere Madeleine Sauveur mit Pianist Clemens Maria Kitschen zum vergnüglichen Berufeerfinden ein

Geschäftsidee: Stringtangas aus XXL-Unterhosen

Bild: Kritisch-kreativer Begleiter: Pianist Clemens Maria Kitschen hat für die Alternativvorschläge Madeleine Sauveurs für eine neue berufliche Orientierung jenseits der Bühne wenig übrig – im Gegensatz zum Publikum. BILD: ZEUNER

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Zeuner

„Hin und weg“ – wie die ersten Worte des Programmtitels von Madeleine Sauveur lauten, so war das Publikum nach gut zwei Stunden launig-sarkastischer Unterhaltung im Pumpwerk. Sauveur war nicht alleine da, sie hatte den Musiker Clemens Maria Kitschen mit dabei. Wie sie den – ob wahr oder vielleicht auch nicht – in einer Hamburger Kneipe aufgetrieben hat, das servierte sie als „Pianisten- Casting“.

Ob Stefan Wunder, mit dominantem Reggae-Takt und dunkler Brille, oder in der Rolle des Zwillingsbruders von Richard Clayderman, Kitschen schafft sie alle. Er haucht dem Chanson-Klassiker von Edith Piaf „Je ne regrette rien“, den die Sauveur gerne mit allen Aspiranten präsentieren möchte, den Jamaica-Touch ein.

In Anlehnung an Clayderman klingt das bekannte Lied täuschend ähnlich dem Hit des französischen Pianisten „Ballade pour Adeline“. Völlig desillusioniert schlägt die Chansonnette die Hände überm Kopf zusammen angesichts der klaviervirtuosen Missgriffe.

Zu wenig Volumen für die Oper?
Zu gerne wäre sie eine Operndiva geworden: „Doch Mama sagte immer, meine Brust wäre dafür zu flach.“ Das gibt Applaus für die zierliche Frau, die immer wieder zu stimmgewaltigen ariengleichen Liedern ansetzt, denen eine keineswegs flache Brust das Volumen gibt. Doch, zumindest im Programm „Hin und weg – der Mann soll bleiben“, scheint Madeleine Sauveur nicht zufrieden mit ihrer Profession, es muss irgendetwas Neues her.

Wenig brauchbare Unterstützung findet sie da bei ihrem Duo- Partner, der knalltrockene Kommentare zu allen Kreativvorschlägen abgibt. Nun ja, Saumagen to go in Amerika anzubieten, eine Änderungsschneiderei auf Helgoland, um aus den großen warmen Unterhosen mindestens je drei Stringtangas zu nähen, sorgt zwar für Gelächter im Publikum, aber nur für ein müdes: „Schusterin, bleib bei deinen Leistinnen“ vom Flügel.

Also gut, denn singen kann sie, ein wenig parodistischen Tanz liefert sie auch und die Mimik hat sie perfekt drauf. Restlos nimmt sie ihre Fans und alle Neuzugänge an diesem Abend mit in die Welt der musikalisch- kabarettistischen Chansonniere Madeleine Sauveur.

Kritisch beleuchtet sie dabei das Leben an sich, die Umweltverschmutzung und damit das Erbe für die Nachkommen und fühlt sich schon streckenweise „vom Menschen bedroht“.

Lachen fördert Lesekompetenz
Anlass für ihr Gastspiel war die Einladung der Fördergemeinschaft des Rotary Clubs Hockenheim. Gustav Schrank, Vorsitzender der Fördergemeinschaft, schilderte die lokalen und internationalen Sozialprojekte. Bei der Förderung stehe aktuell die Lesekompetenz im Fokus. Unter der Überschrift „Lesen lernen, leben lernen“ werden Bücher im Klassensatz an Grundschüler verschenkt. Zudem gibt es schon seit der Flutkatastrophe dort Patenschaften in Sri Lanka, dort wird unter anderem Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Sehr zufrieden zeigte sich Schrank vom Zuspruch am Freitagabend im Pumpwerk – und zuversichtlich, dass man mit den Erlös aus Eintritt und einem Anteil des Getränkeverkaufs in allen Projekten Gutes tun kann.

© Hockenheimer Tageszeitung, 12.10.2015

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