Chronik Kinder-Ferienprogramm 2013

Der nachfolgende Artikel wurde am 15.08.2013 in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht.
Ferienprogramm: Mit dem Rotary Club erleben Nachwuchsforscher einen spannenden Tag zum Rad im Technoseum

Von runder Erfindung begeistert

„Drehen, Rollen und Rotieren“ – unter diesem Motto stand das Ferienprogramm des Rotary Clubs unter Leitung von Susanne Plappert-Piller. Die Teilnehmer erlebten einen spannenden Tag im Mannheimer Technoseum. Dort wurde den Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren eine Führung geboten. Dabei ging es um Geschichte und Funktion des Rads.

An Drehbank Hand angelegt
Die erste Museumsstation war ein hölzerner Tretkran mit Laufrad, nachgebaut im Maßstab 1:1. Hier brachten jeweils zwei Kinder das Laufrad in Schwung, das aufgrund der Übersetzung einen an einem Seil befestigten mehrere Zentner schweren Stein mühelos nach oben zog. Diese Mechanik, so wurde den Kindern verdeutlicht, kam wohl über Jahrhunderte hinweg bei allen größeren Bauvorhaben zum Einsatz.

Danach wurde ihnen die Funktionsweise einer Handdrehbank zum Holzdrechseln erklärt. Auch bei dieser durfte jedes Kind einmal selbst Hand anlegen und die Drehbank zugleich mit dem Fuß antreiben. Solche Handdrehbänke entwickelten Mechaniker weiter zu Drehmaschinen, mit denen sich runde Bauteile aus massivem Metall herstellen ließen. Aus diesen kleinen, frühen Werkzeugmaschinen gingen später die schweren Walzwerke, große Pressen und vor allem die spanabhebenden Maschinen hervor.

Einen weiteren Einblick erhielten die wissensdurstigen Kinder in eine mechanische Hausweberei für Hanf und Leinen. Das Weben zählt ebenfalls zu den großen Erfindungen in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonderes Erlebnis stellte die kurze Fahrt mit dem Museumszug in den Außenbereich des Gebäudes dar. Der Zug wurde von einer alten Dampflokomotive gezogen. Vor der Zugfahrt erfuhren die Kinder, wie Dampfmaschinen und Dampfloks funktionieren. Die industrielle Revolution wurde unter anderem durch die Dampfmaschine erst ermöglicht und das Verkehrswesen, der Transport von Gütern und Personen, kam erst mit der Eisenbahn richtig in Schwung. Spannend war das Fahren mit einer „Laufmaschine“ aus Metall. Freiherr Karl von Drais hatte 1817 erstmals ein solches Gerät aus Holz konstruiert und sich mit ihm auf den Weg von Mannheim Richtung Schwetzingen gemacht.

„Schneider von Ulm“
Schließlich warfen die Kinder noch einen Blick auf das Fluggerät Albrecht Ludwig Berblingers, besser bekannt als der „Schneider von Ulm“. Er war im gleichen Jahr, als Drais die ersten Ausfahrten mit seiner Laufmaschine unternahm, mit seinem Hängegleiter in die Donau gestürzt. gs

Wissenschaft zum Anfassen: Um zu erleben, wie ein über ein Laufband angetriebener Tretkran funktioniert, schlüpften die Ferienprogrammkinder kurzerhand hinein. FOTO: PRIVAT

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