Chronik Kick-Off-Freunde-Projekt Waghäusel

Pressemitteilung vom 14.10.2009:

Das Freunde-Projekt fördert und entwickelt Lebenskompetenzen von Kindern

Rotary Club Hockenheim engagiert sich künftig auch in Waghäuseler Kindertagesstätten

Eine große Anzahl von Erzieherinnen und Elternvertreter der Waghäuseler Kindertagesstätten interessierte sich für das Freunde-Projekt, über das der Rotary Club Hockenheim in der Wirsol Academy in Waghäusel-Kirrlach informierte. Das Projekt, ein pädagogisches Programm, welches der Sucht- und Gewaltentstehung bei Kindern in Kindertagesstätten vorbeugend begegnen soll, kommt nun dank der Sponsorschaft der Solarfirma Wirsol aus Waghäusel-Kirrlach auch den Kindergartenkindern in Kirrlach, Waghäusel und Wiesental zugute. Vor eineinhalb Jahren war es bereits in Hockenheimer Kindergärten eingeführt worden.

In seiner Begrüßungsansprache unterstrich Clubpräsident Dr. Martin Lindenberger den Nutzen des Programms und bezog sich auf das ethisch-moralische Credo der Rotarier. Er schlug einen Bogen von der gesellschaftlichen Entwicklung, die zu vielen Alleinerziehenden und Einzelkindern führte, über die gestiegenen Erwartungen der Eltern in einer Zeit des Wertewandels und der Medienvielfalt und den daraus resultieren neuen Herausforderungen, bis hin zu den heutigen Problemen in der Arbeitswelt. Dies alles wirke sich zwangsläufig auf die Kinder aus und stelle auch und gerade die Erzieherinnen in den Kindergärten vor neue und große Aufgaben. Man könne deshalb nicht früh genug ansetzen, um die Persönlichkeiten der Menschen zu stärken und aggressive Kinder zu fördern. Es gelte aber auch, Ausgrenzungen von Kindern zu vermeiden. Deshalb freue er sich, dass Freunde nun auch in Waghäusel zum Tragen komme. Sein Dank galt der Firma Wirsol für die großzügige finanzielle Unterstützung sowie den Trägern der Kindergärten und dem Kinderschutzbund Hockenheim für die gute Zusammenarbeit.

Dr. Hildegard Rimmler, die Freunde-Beauftragte des Rotary-Clubs, dankte den Verantwortlichen in den Waghäuseler Kindertagesstätten für den offenen Umgang bei den ersten Gesprächen. Sie hofft, dass alle Erzieherinnen die Inhalte des Projekts in ihr Herz aufnehmen und entsprechend weitergeben. Außerdem überbrachte sie Grüße von Klaus Michael Koch, dem Vorsitzenden des Stiftungsrats der Freunde-Stiftung. Er hatte das Freunde-Projekt in Bayern flächendeckend auf den Weg gebracht. Da es dort seit Jahren überzeugt, wurde es nun mit dem Bayrischen Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis 2009 ausgezeichnet. Zwischenzeitlich werde Freunde auch in ganz Österreich eingeführt.

Die eigentlichen Inhalte des Freunde-Projekts sowie die weitere Vorgehensweise stellte Karin Berger, die von Rotary verpflichtete Freunde-Präventionsfachkraft, vor. Sie verdeutlichte, dass Freunde ein standardisiertes Fortbildungsprogramm für pädagogisches Fachpersonal sei, welches der Sucht- und Gewaltentstehung bei Kindern in Kindertagesstätten vorbeugend begegne. Zudem unterstütze es die Eltern bei ihrer Erziehungsarbeit durch Informationsangebote und orientiere sich an den Bildungs- und Erziehungsplänen des Landes.

Ziel des Programms sei, die Lebenskompetenz von Kindern im frühen Alter umfassend zu stärken. Lebenskompetent sei, wer sich selbst kenne und mag, bereit und fähig sei, sich in die Einstellung anderer Menschen einzufühlen, kritisch und kreativ denke, kommunizieren und Beziehungen führen könne, durchdachte Entscheidungen träfe, erfolgreich Probleme löse sowie Gefühle und Stress bewältige. Sie nannte auch die im Einzelnen geplanten pädagogischen Vorhaben, zu denen beispielsweise „Ein Platz zum Streiten“, „Ruheinseln“, „Kinder reden mit“ etc. zählen. Kindergärten seien die idealen Einrichtungen zum frühzeitigen Einüben von Lebenskompetenzen, die schützen.

Karin Berger verwies darauf, dass sie als geschulte pädagogische Fachkraft das Projekt in den Kindergärten begleiten werde. In einem Basisseminar, das aus fünf Modulen besteht, wird sie den Erzieherinnen die inhaltlichen und organisatorischen Grundlagen zum Projekt näher vermitteln, in Aufbauseminaren das Wissen verstärken und in regelmäßigen Zirkeltreffen praktische Erfahrungen austauschen und weiteres Fachwissen zu den Themen Sucht und Gewalt vermitteln.

Zum Schluss wünschte Clubpräsident Dr. Lindenberger dem Freunde-Projekt in Waghäusel im Interesse der Kinder eine erfolgreiche Einführung und dankte Karin Berger mit einem Blumengebinde für ihre bisherige Arbeit. Blumen überreichte er auch noch Simone Eichhorn von der Firma Wirsol, die mit ihrem Kollegen Lars Drögemüller die Freunde-Veranstaltung der Rotarier in dankenswerter Weise begleitet hatte.

Zahlreiche interessierte Erzieherinnen und Elternvertreter der Waghäuseler Kindertagesstätten waren zur Vorstellung des Freunde-Projekts durch den Rotary Club Hockenheim in die Wirsol Academy in Kirrlach gekommen. Im Bild rechts Karin Berger, die als Freunde-Präventionsfachkraft die Inhalte des Projekts und die einzelnen Schritte zur Einführung darstellte. Foto: RCH

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