Chronik Kick-Off-Freunde-Projekt

Der nachfolgende Pressebericht über das Freunde-Projekt wurde am 18.04.2008 in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht:

Rotary Club Hockenheim stellte Freunde-Projekt vor:

Der Sucht- und Gewaltentstehung bei Kindern frühzeitig und vorbeugend begegnen

Programm fördert und entwickelt Lebenskompetenzen

Eine große Anzahl von Erzieherinnen und Pädagogen interessierte sich am vergangenen Mittwoch für das Freunde-Projekt, über das der Rotary Club Hockenheim im Foyer des MedCenters informierte. Das Projekt ist ein pädagogisches Programm, welches der Sucht- und Gewaltentstehung bei Kindern in Kindertagesstätten vorbeugend begegnen soll. Außerdem stärkt und entwickelt es früh die Lebenskompetenzen der Kinder. „Freunde“ ist zudem ein standardisiertes Fortbildungsprogramm für pädagogisches Fachpersonal. Es unterstützt die Eltern bei ihrer Erziehungsarbeit durch Informationsangebote und orientiert sich an den Bildungs- und Erziehungsplänen des Landes.

Zu den interessierten Gästen zählten auch die Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein, der geschäftsführende Rektor Wolfgang Stiegler, der bei der Stadtverwaltung Hockenheim für Kindergärten zuständige Fachbereichsleiter Stefan Kalbfuss, vom Integrativen Kindergarten Sonnenblume Peter Ruprecht sowie vom Kinderschutzbund Hockenheim Barbara Itschner. Ihnen galt das besonders herzliche Willkommen von Club-Präsident Dieter List.

Dieser begrüßte außerdem noch Beatrix Benz von der Freunde-Stiftung, Sonja Vigano, die als pädagogische Fachkraft das Projekt in Hockenheim umsetzen wird sowie Stefan Riel, den Geschäftsführer der Firma Wirsol Deutschland GmbH. Präsident List beschrieb kurz die Geschichte, wie sich die Hockenheimer Rotarier vom Wert des Freunde-Projekts überzeugen ließen, und dankte allen Beteiligten für deren ideelle und finanzielle Unterstützung.

Sonja Vigano erläuterte das Freunde-Projekt umfassend. Sie verwies darauf, dass positive Verhaltensänderungen bei Kindern, die eine hohe Lernbereitschaft hätten, im frühen Alter eingeübt werden müssten. Gerade der Kindergarten, in dem die Kinder viel Zeit verbrächten, sei das ideale Übungsfeld für die Entwicklung von Lebenskompetenzen. Dort, wo das Erziehungspersonal eine große Vorbildwirkung und regelmäßigen Kontakt zu den Eltern habe, könne der Sucht- und Gewaltentwicklung frühzeitig begegnet werden.

Lebenskompetent ist nach den Worten von Sonja Vigano, wer sich selbst kennt und mag, emphatisch ist, kritisch und kreativ denkt, kommunizieren und Beziehungen führen kann, durchdachte Entscheidungen trifft, erfolgreich Probleme löst, sowie Gefühle und Stress bewältigt. Sie nannte auch die im Einzelnen geplanten pädagogischen Vorhaben, zu denen beispielsweise „Ein Platz zum Streiten“, „Ruheinseln“, „Kinder reden mit“ etc. zählen.

Sonja Vigano verwies darauf, dass sie als geschulte pädagogische Fachkraft das Projekt in den Kindergärten begleiten werde und sie Wert auf einen ständigen Dialog mit den Einrichtungen lege. In Basisseminaren wolle sie den Erzieherinnen die inhaltlichen und organisatorischen Grundlagen zum Projekt vermitteln, in Aufbauseminaren das Wissen verstärken und in regelmäßigen Zirkeltreffen Erfahrungen austauschen.

Beatrix Benz, zuständig bei der Freunde-Stiftung in Bayern für die pädagogische Schulung, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit, berichtete über nun zehnjährige, sehr positive Erfahrungen mit dem Projekt. Seinerzeit sei das Freunde-Programm in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Chiemsee entwickelt worden. Seit über zwei Jahren bestehe die Freunde-Stiftung, die das Projekt in Bayern mitfinanziert. Außerdem informierte sie über die neuesten Erkenntnisse einer aktuellen Umfrage. Seit 2002 seien in 663 Kindertagesstätten durch Freunde-geschulte Erzieherinnen 22.800 Kinder erreicht worden. Das Programm habe das Verhalten der Kinder sichtbar verbessert. Sie seien durchweg gefühlvoller, handlungsfähiger, toleranter, kommunikativer, bei Konfliktlösungen sicherer, selbstbewusster, kooperierender, kreativer, ruhiger und organisierter geworden. Diese positiven Erfahrungen der letzten Jahre mit „Freunde“ zeigten, dass damit das Geld für unsere Kinder gut angelegt sei.

In ihrem Grußwort brachte die Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein ihre Begeisterung zum Ausdruck. Sie verwies darauf, dass alle wichtigen Eigenschaften bei den Kindern bereits vorhanden seien und nur geweckt und entwickelt werden müssten. Später käme dies einmal allen zugute. Sie bedankte sich beim Rotary Club und allen Beteiligten für die Arbeit und wünschte dem Projekt viel Erfolg.

Stefan Riel, Geschäftsführer der Wirsol Deutschland GmbH und Mitglied des Rotary Club Hockenheim, freute sich, dass das wichtige Projekt dank der Sponsorschaft seiner Solarfirma in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden kann. Er dankte allen, die es in Hockenheim zum Laufen gebracht haben.

In der anschließenden Diskussion, die Dr. Hildegard Rimmler, die Projektbeauftragte des Rotary Club Hockenheim leitete, wurden praktische Fragen bei der Umsetzung des Projekts angesprochen. Außerdem räumte Rektor Stiegler dem Freunde-Projekt einen hohen Stellenwert ein. Nach seiner Überzeugung schlägt es eine Brücke zwischen den Kindergärten und den Grundschulen, weil es Basiskompetenzen bereits in den Kindertagesstätten entwickle, die in den Schulen weitergeführt werden.

Zum Schluss stellte Dr. Hildegard Rimmler fest: „In unseren Kindergärten wird schon eine Menge getan. Dennoch hoffe ich, dass das Freunde-Projekt, das voraussichtlich ab Juni in Hockenheim begonnen wird, den Erzieherinnen neue Impulse und Motivationen vermittelt und im Interesse der Kinder erfolgreich umgesetzt werden kann.“

Vorgestellt wurde das Freunde-Projekt von Sonja Vigano, Dr. Hildegard Rimmler, Stefan Riel und Beatrix Benz (v. rechts). Im Bild links Clubpräsident Dieter List mit Rosa Grünstein, MdL.