Chronik Besuch Burg Wersau 2013

Die nachfolgende Pressemitteilung zum Besuch der Burg Wersau des Rotary Club Hockenheim wurde am 05.11.2013 in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht.
Rotary Club: Hella und Dirk Müller informieren vor Ort über Geschichte, Forschung, Grabungen und das mögliche Nutzungskonzept der Burg Wersau

Archäologie, Ökologie und Tourismus verbinden

Über die Burg Wersau, im 12. und 13. Jahrhundert Sitz der Grundherren bzw. Schenken von Hockenheim und Reilingen, über das Forschungs- und Grabungsgeschehen der letzten Zeit sowie über das vorgeschlagene Nutzungskonzept dieses historischen Areals, informierte sich dieser Tage der Rotary Club Hockenheim vor Ort. Mit Hella Müller vom „Arbeitskreis Burg Wersau“ und Dirk Müller vom „Förderverein Burg Wersau“ standen den interessierten Rotariern kompetente Persönlichkeiten Rede und Antwort.

Hella Müller beschrieb zunächst die Historie der Burg Wersau, in der im Jahre 1386 ein päpstlicher Bote die Genehmigungsurkunde zur Errichtung der Universität Heidelberg an den Pfalzgrafen Ruprecht I. übergab. Im Mittelalter hatte die am Jakobspilgerweg von Krakau nach Speyer gelegene Burg durch ihre dem heiligen Wendelin geweihte Kapelle ihre Bedeutung für Pilger. Nach der Pfälzischen Fehde kam die Burg 1462 zur Kurpfalz. Zerstört wurde sie im Pfälzischen Erbfol-gekrieg. In den Jahren danach wurde die Burgruine abgerissen.

2008 begannen die Forschungs- und 2010 die Grabungsarbeiten auf dem ehemaligen Burggelände, über die Dirk Müller berichtete. Die gemachten Funde hätten nicht nur zahlreiche Artefakten aus dem Hochmittelalter, sondern auch aus Besiedlungszeiten lange davor zutage gebracht. Sie ließen noch viel mehr erwarten, weshalb die Grabungs- und Forschungsarbeiten weiter geführt werden sollten.

Müller verwies auf Münzfunde, die teilweise einmalig in Baden-Württemberg seien, und auf das seit einigen Jahren eingerichtete Kindergrabungsfeld. Auf diesem legten zahlreiche Kinder- und Jugendliche aus Reilingen bereits jetzt nahezu jeden Samstag unter Aufsicht und in Abstimmung mit den Denkmalbehörden interessante Teile des Vorburgbereichs frei.

Danach stellte er das von ihm konzipierte, aus mehreren Modulen bestehende Nutzungskonzept für das Gelände und die Gebäude dar, das nachhaltig Archäologie, Ökologie und sanften Tourismus miteinander verbinden würde. So könne das Areal als bedeutender Ort der Regionalgeschichte zu einem Aushängeschild für die Gemeinde und die Region werden. Letztlich entscheide darüber aber die Gemeinde Reilingen.

Bei der Besichtigung der Ausgrabungsbereiche wurde den Rotariern erklärt, wo die wichtigen Funde gemacht wurden bzw. wie der Stand der Ausgrabungen an den einzelnen Grundmauerbereichen sei. Die zahlreichen Fundstücke rundeten das dazu vermittelte Bild umfassend ab.

So hatte am Ende Clubpräsident Christoph Vigano allen Grund, sich im Namen der Rotarier bei Hella Müller und seinem rotarischen Freund Dirk Müller für die eindrucksvollen Informationen zum Forschungs- und Grabungsgeschehen bei der ehemaligen Burg Wersau zu bedanken. Er lobte das große ehrenamtliche Engagement, das dieses archäologische, regional bedeutsame Projekt von Anfang an präge und wünschte ihm weiterhin viel Erfolg. gs

Die nachfolgene Bildergalerie zeigt einige Impressionen der Besichtigung. Zum automatischen Ablauf der Bildfolge muss der Cursor ausserhalb des Bildes positioniert sein. Anhalten erfolgt durch Cursorposition innerhalb des Bildes.

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