Chronik Rotary Club Commercy zu Besuch

Der nachfolgende Artikel über den ersten Besuch des Rotary Club Commercy wurde in der Hockenheimer Tageszeitung am 22.06.2006 veröffentlicht.

Rotarier leisten ihren Beitrag zur Verständigung

Rotary-Clubs aus Commercy und Hockenheim intensivieren freundschaftliche Kontakte / Spende für die Tsunami-Opfer

Sowohl der im vergangenen Jahr in Hockenheim, als auch der bereits im Jahre 1957 in Commercy gegründete Rotary-Club hatten den Wunsch, in Kontakt zu kommen und eine freundschaftliche Verbindung aufzubauen. Zu den gemeinsamen Zielen beider Clubs zählt auch, einen Beitrag zur Verständigung von Deutschen und Franzosen im Rahmen der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Hockenheim und Commercy zu leisten.

Diesen Ansprüchen wurde man nach einem ersten persönlichen Treffen im März 2006 in Commercy erneut gerecht. Eine Delegation des Rotary-Clubs Commercy, angeführt von ihrem Präsidenten Alain Laurent, kam zu Besuch nach Hockenheim. Hier wurden die lothringischen Rotarier vom Rotary-Club Hockenheim in dessen Clublokal, dem Hotel Motodrom, herzlich empfangen und von Clubpräsident Gustav Schrank willkommen geheißen. Beide Präsidenten bekräftigten in ihren Begrüßungsworten den Wunsch nach einem freundschaftlichen Miteinander im rotarischen Sinne, der durch Friedensarbeit und internationale Verständigung weltweit geprägt ist.

Da die meisten Gäste aus Commercy zum ersten Male in Hockenheim weilten und großes Interesse am Hockenheimer Gemeinwesen bekundeten, wurden sie zu einer Stadtrundfahrt eingeladen. Die Informationen dazu, auch zur über 1200jährigen Stadtgeschichte, gab das ehemalige Stadtoberhaupt. Schwerpunkte der Besichtigung waren unter anderem zahlreiche Wohngebiete sowie die Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Aquadrom, Pumpwerk und Stadthalle, der Gartenschaupark mit dem Platz Commercy und der Seebühne, der schulische Bereich sowie die Innenstadt mit den beiden markanten Kirchen. Außerdem wurde den Gästen das Gewer-be- und Industriegebiet Talhaus gezeigt. Dadurch konnten sich die Commercianer nicht nur ein umfassendes Bild vom Potential der Rennstadt machen, sondern waren von dieser auch sehr beeindruckt, wie Alain Laurent zusammenfassend zum Ausdruck brachte.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel Motodrom, zu dem weitere Mitglieder des Rotary-Club Hockenheim kamen und Kontakte mit ihren französischen Kollegen knüpften, stand die Besichtigung des Hockenheimrings auf dem Programm. Von der Südtribüne aus hatte man einen phantastischen Blick auf die gesamte Anlage, deren kleiner Kurs Schauplatz eines Motorradrennens war. Insofern war auch motorsportlich eine Menge geboten.

Im "Race-Control-Center" stellte Harald Roth, der Präsident des Badischen Motorsport-Clubs, den Gästen die zentrale Rennüberwachungsanlage vor und die Sektionen des modernen ADAC-Fahrsicherheitszentrums wurden vor Ort von Anita Löffler, einer französisch sprechenden Instruktorin, beschrieben. Danach wandelte man, wenn auch nur mit dem Bus, auf Michael Schumachers Spuren und fuhr über den neuen Streckenteil mit Spitzkehre. Den Abschluss der Ringbesichtigung bildete das Motor-Sport-Museum, in welchem den Gästen die bald 75jährige Geschichte des Hockenheimrings und seine Bedeutung für die Stadt und Region vermittelt wurden.

Vor der Heimreise nach Commercy präsentierten Dieter List und Peter Wesche, der künftige Präsident des Rotary-Clubs Hockenheim, mit einer CD-ROM die Bilder vom Tage. Diese aktuelle Dokumentation wurde auch dem Clubpräsidenten aus Commercy überreicht. Dieser bedankte sich dafür sowie für die erwiesene Gastfreundschaft in besonders herzlicher Weise. Er sagte: "Liebe Hockenheimer Freunde, ihr habt uns heute herzlich aufgenommen und uns einen sehr schönen Tag geboten. Als scheidender Präsident meines Clubs kann ich feststellen, dass dies der Höhepunkt meines rotarischen Amtsjahres war." Als Gastgeschenk seines Clubs überreichte er den Gastgebern nicht nur Madeleines aus Commercy, sondern seinem Kollegen Gustav Schrank einen Scheck über eintausend Euro mit der Bitte, diesen Betrag für das Hilfsprojekt des Hockenheimer Clubs in Sri Lanka zu verwenden. Weil diese Spende eine echte Überraschung war, hatte Gustav Schrank allen Grund, sich dafür, auch im Namen seines Clubs, in besonders herzlicher Weise zu bedanken. Er sicherte die zweckgebundene Verwen-dung dieser Mittel mit der Absicht zu, diese vor allem für die durch den Tsunami betroffenen Patenkinder in Sri Lanka einzusetzen.

Zum Abschluss des gemeinsam verbrachten Tages zog der Hockenheimer Präsident das Resümee, dass das Treffen alle Erwartungen erfüllt habe und die freundschaftlichen Kontakte auf rotarischer Ebene einen soliden Grundstock für ein künftiges Miteinander bilden würden. Er sagte: "Ab heute wird unsere langjährige Städtepartnerschaft durch einen weiteren Personenkreis bereichert." Schrank regte an, sich alljährlich, und zwar im Wechsel, zu treffen, was bei den Rotariern aus beiden Städten einhellige Zustimmung fand. Schließlich dankte er Helen Rupp mit einem Blumenstrauß, die sich einmal mehr als versierte Dolmetscherin zur Verfügung stellte. gs

Schwetzinger Zeitung - 22. Juni 2006

 

Das Foto zeigt die Rotarier aus Commercy und Hockenheim mit den Präsidenten Alain Laurent (8. von links und Gustav Schrank, 10. von links) am Platz Commercy im Gartenschaupark, der durch das Völkerkreuz charakterisiert wird.

 
Die nachfolgenden Bilder verdeutlichen die Herzlichkeit der Begegnung und den Programmablauf. Zur Bild-Vergrößerung klicken Sie bitte auf das entsprechende Bild.