Chronik Konzert 2012 mit Kitty Hoff

Der nachfolgende Artikel wurde am 13.11.2012 in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht. Er stammt von Redakteurin Corinna Pemer.

Rotary Club: Mit Kitty Hoff eine herausragende Chansonsängerin im Pumpwerk präsentiert / Hervorragende Begleitmusiker

Menschen, Träume und tiefe Gefühle

Die Stimme der Sängerin erinnert ein wenig an die von Annett Louisan, die Musik ähnelt jener der Band „Rosenstolz“. Doch alles in allem sind sie ein Unikat: Kitty Hoff gastierte mit ihrer vierköpfigen Band „Forêt- Noire“ im Pumpwerk. Geladen hatte der Rotary Club Hockenheim anlässlich der Aktion „Musik in den Häusern der Stadt“, bei der auch Privatleute ihr Wohnzimmer für ein Konzert räumen.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch längere Grußworte des neuen Präsidenten Dr. Volker Bormann, der auch den Vizepräsidenten des Mannheimer Clubs und Organisator Dr. Steffen Steinhäuser bei sich auf der Bühne begrüßen durfte. Für einen Lacher sorgte dieser, als er versehentlich mitteilte, sich auf den Auftritt „Kitty Perrys“ zu freuen.

Dass es Kitty Hoff keineswegs darauf ankam, sich in den Vordergrund zu spielen, zeigte sich bereits zu Beginn ihres Auftritts. Den überließ sie ihren Musikern und erschien auch beim zweiten Stück erst auf der Bühne, nachdem sie die ersten Zeilen noch hinter dem Vorhang gesungen hatte. Ihre Stimme schwebte sanft und dennoch klar über den Rhythmen und Klängen, die ihre vier Musiker produzierten.

Ambiente wie im Wohnzimmer
In ihren Liedern erzählte sie von Menschen, Träumen und Gefühlen, gerne auch mit überraschender Wende. So sang sie vom „Leichtmatrosen in schmutziger Hose und blau wie das Meer“, der großen Freiheit, Schwarzwälder Kirschtorte und lud als Vorbereitung auf die kommende Jahreszeit in das „Café im Winter“ ein. Das Publikum durfte sich dank Schirmlampen und weiteren Dekoelementen wie im heimischen Wohnzimmer fühlen.

Neben Auszügen aus den ersten drei Alben hatten die Musiker vor allem Stücke der neuesten CD „Curiose Geschichten“ im Gepäck. Schnelle Rhythmen und melancholische Stücke wechselten sich dabei ab. Sämtliche Nummern dieses Albums beruhen auf Werken aus Robert Schumanns „Kinderszenen“ und „Album für die Jugend“, zu denen Kitty Hoff einen Text geschrieben und ihren eigenen Stil mit eingebracht hatte. Den beschreibt die Sängerin und Songschreiberin als „Nouvelle Chanson“, sämtliche Stücke singt sie auf Deutsch.

Im interessanten Einteiler und mit locker hochgesteckten Haaren schien sie sich auf der Bühne so richtig wohl zu fühlen. Ein Lächeln auf dem Gesicht und verträumt tanzend präsentierte sie sich. Im Laufe des Abends bekamen auch die Musiker immer wieder die Gelegenheit, in Soli und Instrumentalstücken ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Kontrabassist Moe Jaksch spielte sein Instrument mit vollem Körpereinsatz sowie interessanter Mimik und ließ es dabei so ganz und gar nicht träge wirken, während MarQ Wenzel teilweise mit einer Hand auf dem Flügel und der anderen auf dem Rhodes, ein elektronisches Tasteninstrument, gleich zwei Instrumente gleichzeitig spielte. Hinter dem Schlagzeug sorgte Beat Lee Burns für die passenden Rhythmen, die von Jazz über Swing bis hin zum Bossa Nova reichten. Phil Marone vervollständigte das Quartett und ließ seine Gitarre bei dem einen oder andern Riff wie ein Rockstar jaulen. Gegen Ende des Programms punkteten die Vollblutmusiker mit einem wahren Instrumentalgewitter. Das Publikum war begeistert.

Ungewöhnliche Instrumente
Kitty Hoff griff selbst ebenfalls immer wieder zum Instrument, das dann aber meist eher ungewöhnlich war. So entzauberte sie sowohl dem Stylophone, einem Miniaturkeyboard, das mit einem Eingabestift gespielt wird, als auch einer singenden Säge im Duett mit der von Jaksch gespielten Zither, der Melodica („Kleine Romanze“) und einem Akkordeon („Leichtmatrose“) im Miniaturformat mehr oder weniger wundersame Klänge.

Auch die Art, wie Kitty Hoff durch das Programm führte, kam an. Mit kleinen Geschichten lockerte sie das Programm souverän auf und zitierte beispielsweise Brechts Schlussfolgerungen zur Harmlosigkeit des Alkohols. Als der vorerst letzte Ton verklungen war, hielt es die vorderen Reihen nicht auf den Plätzen und auch der Rest des Publikums fordert lautstark eine Zugabe ein. Die gab es dann auch – inklusive einem vierhändig am Klavier gespielten Solo. Kitty Hoff ist eben immer für eine Überraschung gut.

Kitty Hoff und ihre Band „Forêt Noir“ ragt mit ihrer originellen Mischung aus Bossa Nova, Jazz, Chanson und Pop aus der deutschen Musikszene heraus.

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