Benefizkonzert mit Roland Bless

Der Rotary Club Hockenheim veranstaltete am 13.10.2017 in der evangelischen Kirche Neulußheim ein Benefizkonzert mit Roland Bless. Der nachfolgende Artikel berichtet darüber und wurde am 08.11.2017 in der Hockenheimer Woche veröffentlicht.

Konzert des Rotary-Clubs in Neulußheim mit Roland Bless

Helfen und dabei Spaß haben – ein einmaliges Gemeinschaftsgefühl

(obr). In der vielfältigen Veranstaltungslandschaft des Rhein-Neckar-Kreises braucht ein Konzert schon ein besonderes Gepräge, um die Aufmerksamkeit der zu Recht kulturverwöhnten Bevölkerung zu gewinnen.

Wer an diesem Freitagabend den Weg in die Evangelische Kirche in Neulussheim fand, erlebte nicht nur eine einmalige Atmosphäre aus Licht, Musik und Texten, sondern auch ein wahrhaft besonderes Konzert. Auf Einladung des Rotary- Clubs Hockenheim spielte und sang Roland Bless und machte deutlich, dass dieser Künstler zwar eine Vergangenheit, aber vor allem auch eine Zukunft? hat. Ganz ohne Bruch gelang die stilistische Reminiszenz an den „Gymnasiasten-Rock“ der PUR-Zeit, in der aus einer von Roland Bless mitbegründeten Schülerband eine der erfolgreichsten deutschen Bands der 90er Jahre wurde.

Da ist Roland Bless allerdings nicht stehen geblieben. Und er lässt in seinem Konzert das Publikum an dieser vielleicht bedeutsamsten Entscheidung seiner Karriere teilhaben, nimmt die Zuhörer mit auf die riesige Bühne in einer noch riesigeren Messehalle in Deutschland, wo der Freund und Sänger der Band 20 Meter entfernt steht und doch die gleiche Musik macht, für ein Publikum, das 50 Meter entfernt und damit praktisch unerreichbar ist. Da habe er gespürt, dass das nicht seine Vorstellung vom Musikmachen war, sagt Roland Bless, und das Publikum vermag die Spannung mitzufühlen, die in diesem jungen, aber erwachsen gewordenen Musiker gewirkt haben muss, bevor er entschieden hat, dem „ganz großen“ Musikbusiness den Rücken zu kehren und alleine weiter Musik zu machen.

260 Zuhörer
Beim Konzert in Neulußheim wird dann aber auch deutlich, warum diese Entscheidung so ausfallen musste. Wenn Roland Bless seinen Platz am Mikrofon verlässt und sich mit seiner Gitarre in der Mitte der Kirche postiert, zwischen fast 260 begeisterten Zuhörern, und nur zur selbst gespielten Gitarrenbegleitung singt, ist jeder Abstand zwischen Künstler und Publikum aufgehoben. Dann ist das Ziel sowohl für Roland Bless als auch für seine Fans erreicht: Sich nahe sein, und die durch Musik vermittelte Kommunikation so direkt wie möglich erleben.

Geiger Martin Schnabel
Nur wenig mehr Abstand herrscht, wenn er – wie meistens an diesem Abend – seinen Platz vor dem Altar einnimmt und, begleitet von einem Halbplayback, seiner Gitarre und dem engagiert und kreativ aufspielenden Geiger Martin Schnabel seine Stücke zu Gehör bringt. Jede Nummer wird eingeleitet von einer kleinen Geschichte, meist zur Entstehung des Stückes, aber auch oft zu den Umständen der Zeit, in der es entstanden ist.

Den Zuhörern stockt der Atem, als Roland Bless davon erzählt, dass beim Amoklauf in Winnenden im Jahr 2009 die Tochter eines seiner Musikerkollegen ums Leben gekommen ist, und das anschließende Stück seine stete Erinnerung daran ist, wie leicht man das Wertvollste, was man sein Eigen nennt, verlieren kann. Überhaupt lebt Roland Bless‘ Musik von starken Emotionen, die ungehindert auf das Publikum überspringen und für eine einzigartige Atmosphäre sorgen, die auch den Künstler nicht unbeteiligt lässt.

Roland Bless selbst bringt es nach dem Konzert auf den Punkt: „Dieses Konzert war von der Idee, der Planung, der werbetechnischen Vorbereitung und der Durchführung einfach klasse und beispielhaft. Einmal mehr in meinem musikalischen Wirken als Künstler und Musikmanager durfte ich in Neulußheim erleben, wie verlässliche, leidenschaftliche Mitarbeit einer Personen-Arbeitsgemeinschaft – wie hier die Rotarier Hockenheim – den Riesenerfolg eines Konzertes mit ausmachen! Wenn man dann, mit einem so guten Gefühl die Bühne betritt, freundlichen, positiv gestimmten Menschen gegenübersteht, durch die Atmosphäre, die Musik, die Texte dann so ein einmaliges Gemeinschaftsgefühl im Veranstaltungsraum erlebt – dann weiß man wieder, dass man den besten Job der Welt hat!“

Professioneller Ausrichter
Der Rotary Club Hockenheim, der schon seit mehreren Jahren Benefizkonzerte zugunsten seiner sozialen Projekte veranstaltet, muss inzwischen als Profi bei der Ausrichtung und Organisation von Konzerten gelten. Verantwortlich dafür sind neben der professionellen Gesamtleitung immer auch die vielen Hände von Clubmitgliedern, die an diversen Stellen wirken. Sei es bei der Gestaltung des Gemeindesaals, in dem vor und nach dem Konzert sowie in der Pause Erfrischungen gereicht wurden, der aufmerksamen und freundlichen Begrüßung der Gäste oder durch Schaffung der einzigartigen Gelegenheit, nach dem Konzert mit den Künstlern bei Gulasch- oder Kürbissuppe an einem Tisch zu sitzen und ins Gespräch zu kommen – überall hier wird deutlich, dass das von der aktuellen Präsidenten Nadine Dusberger als Motto über das Konzert gestellte „Helfen und dabei Spaß haben“ von den Rotariern in Hockenheim begeistert gelebt wird. Und so haben sie gemeinsam mit den zahlreichen Besuchern des Konzerts in Neulußheim einen stolzen Erlös erzielen können, der direkt in die Unterstützung der sozialen Projekte des Clubs fließt.

Therapeutisches Reiten
Das aktuellste dieser Projekte ist das therapeutische Reiten für körperlich und geistig behinderte Kinder auf dem Reithof Sandbuckel in Neulußheim. Dort werden in einzigartiger Weise Kindern, die es aufgrund ihrer Einschränkungen besonders schwer haben, Chancen zu vielfältiger Förderung geboten. Die Arbeit mit den Pferden löst Verspannungen, schult die Grob- und Feinmotorik der Kinder und ihre Koordinationsfähigkeiten. Über den körperlichen Bereich hinaus werden Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit sowie die Wahrnehmungsfähigkeit gesteigert, was zu einer erheblichen Stärkung des Selbstwertgefühls und zur Überwindung von Ängsten führt.

Schließlich erfolgt quasi en passant eine Art soziales Training der Kinder: Sie lernen das Anerkennen gemeinsam erstellter Regeln und das Einhalten von Grenzen durch die Einsicht in die Notwendigkeit, auf andere und das Tier angemessen Rücksicht zu nehmen. Dies führt zum Abbau von Aggressionen und zum Aufbau von Beziehungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Die Erfolge des Projektes sind beispielhaft und waren für den Rotary Club Hockenheim Grund genug, sich für die nächsten Jahre zu einer dauerhaften Unterstützung zu verpflichten. Es bleibt zu wünschen, dass auch bei künftigen Veranstaltungen des Service-Clubs viele Menschen dem Ruf „Helfen und dabei Spaß haben“ folgen und auf diese Weise die Arbeit des Rotary-Clubs Hockenheim unterstützen. Die nächste Gelegenheit dafür besteht beim „Hockenheimer Advent“, bei dem auch der kürzlich ausgelobte „RCH Award“ vergeben wird.

Mitorganisator Dieter List stellte die nachfolgenden Bilder zur Verfügung und schrieb:
Liebe rotarische Freundinnen und Freunde, das war ein gelungenes, großartiges RCH Benefizkonzert mit Roland Bless in der ev. Kirche in Neulußheim. Ein herzliches Dankeschön an Roland Bless und seinen Teufelsgeiger Martin Schnabel, das Rotary-Orga-Team und allen Helfern, die ev. Kirche von Neulußheim, die Sponsoren und die Presse! Hier einige Stimmungsbilder von unserem wunderbaren Event für ein besonderes Projekt "Therapeutisches Reiten für besondere Menschen"!
herzliche Grüße
Euer Dieter

Die nachfolgene Bildergalerie zeigt Impressionen von der Veranstaltung. Zum automatischen Ablauf der Bildfolge muss der Cursor ausserhalb des Bildes positioniert sein. Anhalten erfolgt durch Cursorposition innerhalb des Bildes.

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