Chronik Baumpflanzung

Der nachfolgende Artikel über die Baumpflanzaktion im Gartenschaupark am 31.03.2007 wurde in der Hockenheimer Tageszeitung veröffentlicht.

Eine Wald-Kiefer, Baum des Jahres 2007, gepflanzt

Spende des Rotary Club Hockenheim für den Gartenschaupark:

Mit dem Pflanzen einer Wald-Kiefer im Gartenschaupark, und zwar zwischen Bahnhof und Kraichbach, setzte der Rotary Club Hockenheim ein weiteres ökologisches Zeichen. Bereits im letzten Frühjahr hatte der Club den Baum des Jahres 2006, eine Schwarzpappel, im Gartenschaupark gepflanzt.

Zu diesem Anlass konnte Peter Wesche, der Präsident des Rotary Club Hockenheim von der Stadtverwaltung Hockenheim Bürgermeister Werner Zimmermann, Stadtbaumeister Wilhelm Stulken und Matthias Degen sowie die Bauhofmitarbeiter Markus Hartmann und Michael Welson begrüßen. Außerdem konnte er zahlreiche Clubmitglieder willkommen heißen. Er dankte ihnen für das Interesse sowie den Mitarbeitern des Bauhofs für die vor- und nachbereitenden Arbeiten bei der Baumpflanzung. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass diese Wald-Kiefer als Solitär gut gedeihen möge und mit den Jahren zu einem eindrucksvollen Blickfang im Gartenschaupark werde.

Schöne immergrüne Pionierbaumart

Vor der eigentlichen Baumpflanzung gab Peter Wesche noch einige interessante Informationen zur Wald-Kiefer, die regional auch Kienbaum, Föhre oder Forle genannt wird. Er verwies auf eine der schönsten immergrünen Baumarten, insbesondere dort, wo sie sich frei entwickeln kann, also nicht eingezwängt zwischen anderen Kiefern ist. Die Wald-Kiefer kommt auch sehr häufig in der Rheinebene mit ihren sandigen, trockenen Böden vor. Hier ist ihre Verbreitung durch den Menschen großflächig gefördert worden.

Von Natur aus ist die Kiefer konkurrenzschwach und benötigt sehr viel Licht. Die Stärke dieser Baumart liegt daher in der Besiedelung von Freiflächen und Extremstandorten sowie Katastrophenflächen, z.B. nach Waldbränden. Man bezeichnet sie deshalb auch als Pionierbaumart, wie die Birke. Auf solchen Freiflächen hat die Kiefer, die ansonsten mit wenig Wasser und Erde auskommt, freie Bahn und kann mit ihren Millionen von Samen richtig loslegen - mit der Folge von großflächig gleichaltrigen Reinbeständen. Solche Reinbestände sind in der Natur aber meist nur ein Durchgangsstadium, bis andere Baumarten die Kiefer verdrängen.

Bei Wind erzeugen die Kieferkronen ein helles Rauschen, das keine andere heimische Baumart zustande bringt. Bemerkenswert sind auch die Pfahlwurzeln von Kiefern, die bis in 8 m Tiefe reichen können. Die Seitenwurzeln können 16 m lang werden. Dementsprechend verankert und sturmfest sind die Bäume, die bis zu fünfhundert Jahre alt werden können und einen maximalen Durchmesser von 1,50 m erreichen.

Wald-Kiefer bietet vielfachen Nutzen

Kiefern gelten heute als wichtige Nutzpflanze. Das Holz ist beispielsweise für Möbel sehr beliebt. Auch für Schiffsdecks, Rammpfähle und Schwellen wird Kiefernholz verwendet. Extrakte aus Kiefernölen finden sich zudem in Badezusätzen und Saunaaufgüssen wieder. Im Übrigen kann der würzige, einzigartige Geruch von Kiefernwäldern, vor allem wenn irgendwo frisch geschlagenes Holz liegt, Balsam für den gestressten Stadtmenschen sein. Diesen Erholungsfaktor bietet beispielsweise der hiesige Hardtwald, der reich mit Kiefern bestückt ist.

Nach diesen Informationen und getaner Arbeit stießen die Teilnehmer der Baumpflanzung mit einem Gläschen perlenden Inhalts auf eine gute Entwicklung der jungen, aber schon recht stattlichen Wald-Kiefer im Gartenschaupark an.

Schwetzinger Zeitung